Adieu Ring-Café

Foto: Lukas Kranz

Am 7. Mai 2012 stiegen wir voller Ehrfurcht die breiten Treppen zum prächtigen Saal des Ring-Cafés hinauf. In der inspirierenden Akustik dieses großzügigen, schmuckvollen Raumes fanden wir ideale Bedingungen für unsere musikalische Arbeit – und unser eigener Blüthner-Flügel ein würdiges Zuhause.

Die Montagsproben im Winter waren bisweilen etwas unterkühlt, da der Saal ungeheizt blieb. Auch drangen regelmäßig Geräusche der Stadt durch die großen Fenster: Montagsdemonstrationen, Polizeisirenen, Feuerwehr- und Krankenwagen. All das gehört zur Geschichte dieser denkmalgeschützten und geschichtsträchtigen Ringbebauung am Roßplatz im Zentrum Leipzigs.

Und auch wir schrieben hier unsere eigene Klingerchor-Geschichte weiter:

Unter der Leitung von Peter Kubisch erlebten wir eine stetige künstlerische Weiterentwicklung, die sich in unseren Konzertprogrammen wie KlanglichterVoice Dance oder Leipziger Korrespondenzen widerspiegelte.

Hier fanden offene Proben zu Carmina Burana im Rahmen von „Leipzig singt“ statt, wir erarbeiteten das Auftragswerk MAMONA zum 1000-jährigen Stadtjubiläum Leipzigs, knüpften Kontakte zu Orchestern wie der Sächsischen Bläserphilharmonie und der Sinfonietta Dresden, wirkten beim Lutherprojekt zum Kirchentag 2017 mit und bereiteten uns zuletzt auf das Lortzing-Festival der Oper Leipzig 2026 vor.

Dazwischen meisterten wir als Chor auch die Herausforderungen der Corona-Zeit – mit Hygienekonzepten, Abstand und viel Durchhaltevermögen.

Doch das Ring-Café war für uns mehr als nur ein Probenort: Es war ein Ort der Begegnung. Hier wurde nicht nur musiziert, sondern auch gelacht, gefeiert – und manchmal auch geweint.

Fast auf den Tag genau, am 18. Mai 2026, verlassen wir nach 14 Jahren – bedingt durch die Kündigung des neuen Pächters – diesen für uns so besonderen Ort. Mit Wehmut, aber zugleich offen und optimistisch blicken wir nach vorn.

Denn wie es so treffend heißt:
Wo sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere.

Fotos: Lukas Kranz

Foto: Tina Dietmann